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Deutscher Arbeitgeber vs. in Österreich tätiger Arbeitnehmer

Ein Arbeitnehmer, der in Österreich für das deutsche Unternehmen tätig ist: Wo klagen, wenn zu Unrecht, weil sozialwidrig im Sinne des § 105 ArbVG, gekündigt?
Gemäß Entscheidung OGH 9 ObA 144/09d vom 2.6.2009 kann das deutsche Unternehmen gemäß Art. 18 ff EuGVVO in Österreich geklagt werden (vor dem Gericht des Ortes, an dem der Arbeitnehmer gewöhnlich seine Arbeit verrichtet hat). Damit wird die Klagemöglichkeit um diesen "besonderen Vertragsgerichtsstand" gemäß Art. 19 Nr. 2 EuGVVO erweitert (als Ergänzung zum allgemeinen Gerichtsstand des Arbeitgebers): Die Lösung klingt an sich klar, offensichtlich und leicht beantwortbar; aber die Artikel 18 ff EuGVVO kommen grundsätzlich nur zur Anwendung, soweit Gegenstand des Verfahrens "ein individueller Arbeitsvertrag oder Ansprüche aus einem individuellen Arbeitsvertrag" sind; nicht aber für Streitigkeiten "aus dem kollektiven Arbeitsrecht". Jedoch: Hier ging es, so der OGH, um individuelle Ansprüche, die sich aus dem kollektiven Arbeitsrecht ergeben, sie sind daher von Art. 18 ff EuGVVO erfasst (Hinweis vor allem auf Simotta in Fasching / Konecny, EuGVVO).
Details in "Infas", Informationen aus dem Arbeits- und Sozialrecht, AK Wien.

In der gleichen Infas-Ausgabe 6/2009, auf Seite 186/187, wird in Erinnerung gerufen, dass nach dem Wegfall von § 9 Abs 1 Z 3 und 4 UrlG aF durch das ARÄG 2000 die "Obliegenheit des Arbeitnehmers, seinen Urlaub im Fall einer Dienstfreistellung innerhalb einer längeren Kündigungsfrist zu verbrauchen, nur im Falle einer Verletzung der Treuepflicht oder eines Rechtsmissbrauches besteht" - solche Verletzungen wurden von der Arbeitgeberin des hier besprochenen Falles 9 ObA 62/08w vom 29.6.2009 des OGH aber nicht einmal behauptet; zugrunde lag zunächst die erfolgreiche Anfechtung einer Entlassung eines mehr als 24 Jahre bei der gleichen Arbeitgeberin beschäftigten Busfahrers. Der Arbeitgeber war der Ansicht, der Mann hätte seinen Urlaub doch gut in der Zeit der zwischen der (unberechtigten) Entlassung bis zu seinem Wiederantritt nach Zugang des die Berechtigung der Entlassung verneinenden OGH-Urteiles (also zwei Jahre nach der Entlassung ...) konsumieren können.

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